Über mein Leben in der Schweiz
Wir wohnen in Wattwil, dem Zentrum der Region Toggenburg im Kanton St. Gallen. Es ist eine kleine Stadt mit ca. 8 800 Einwohnern, gelegen im Tal der Thur, umgeben von grünen Hügeln und Weiden. Wir sind eine 2+2-Familie: Ich arbeite als Elektriker in einem Installationsbetrieb, der die lokale Industrie und das Baugewerbe bedient, meine Frau arbeitet zu 50% als Reinigungskraft in einem Bürogebäude und in Privathaushalten in der Umgebung. Wir sind vor drei Jahren aus Polen gekommen. Die Kinder – 7 und 10 Jahre alt – besuchen die Grundschule in Wattwil, und wir lernen immer noch den Schweizer Dialekt, obwohl Hochdeutsch bei der Arbeit und auf den Ämtern ausreicht.
Wattwil ist nicht Basel oder Zürich. Hier gibt es keinen Großstadtlärm, dafür aber Platz, Natur und deutlich niedrigere Lebenshaltungskosten. Die nächste größere Stadt ist St. Gallen (30 Minuten mit dem Zug) oder Wil (15 Minuten). Dafür haben wir die Berge direkt vor der Tür, Wanderwege beginnen buchstäblich um die Ecke, und die Kinder wachsen an einem Ort auf, wo man noch Kühe auf der Weide vor dem Fenster sehen kann.
Haushalt
👨👩👧👦 Paar + 2 Kinder
Standort
St. Gallen
Monatliche Kosten
3 290 CHF
Bleibt jeden Monat übrig
3 307 CHF
Monatliche Kosten
Summe
3 290 CHF
pro Monat
| Kategorie | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
| Wohnen – Grundmiete (3,5 Zimmer, 82 m², Erdgeschoss mit Garten, neueres Gebäude 2015) Wattwil – deutlich günstiger als in Städten; ruhige Gegend, Spielplatz vor dem Haus | 1 350 CHF | |
| Lebensmittel – Grundbedarf (Migros, Coop, Denner) + einmal monatlich Kaufland in Wil oder St. Gallen Lokale Produkte aus dem Toggenburg (Käse, Joghurt); Einkauf in DE für Drogerieartikel und Süßigkeiten | 850 CHF | |
| Kinder – Taschengeld, Sprachkurse, Sport (Judo, Fußball), Kleidung Grundschule kostenlos; außerschulische Kurse kostenpflichtig | 250 CHF | |
| Nebenkosten – Gasheizung, Wasser, Müll, Treppenhausreinigung Jährliche Abrechnung, oft Rückerstattung bei Überzahlung | 180 CHF | |
| Transport – Ostwind-Abo (2 Erwachsene) + S-Bahn St. Gallen, Kinder gratis Zug nach St. Gallen 30 Min, nach Wil 15 Min; lokale Busse | 150 CHF | |
| Sonstiges – Selbstbehalt bei medizinischer Behandlung (Franchise), Ärzte, Unvorhergesehenes ~1 800 CHF/Jahr für Arztbesuche bei einer Franchise von 2 500 | 150 CHF | |
| Persönliches – Kleidung, Kosmetik, Friseur (1× alle 2 Monate, 70 CHF) H&M, Decathlon in St. Gallen | 130 CHF | |
| Freizeit – Kino in Wil (2×/Monat), Schwimmbad in Wattwil, Bergausflüge, Kaffee Kino: ~70 CHF für 4 Personen; Schwimmbad Gemeindebad 6 CHF/Person; Berge – kostenlos | 120 CHF | |
| Telekommunikation – 2× Telefon (Swisscom, 5 GB), Internet zu Hause, Serafe (Radio/TV) Serafe: 335 CHF/Jahr auf 12 Monate verteilt | 110 CHF | |
| Summe pro Monat | 3 290 CHF | 100% |
Monatliches Einkommen
Elektriker
- Brutto
- 6 200 CHF
- Netto
- 4 991 CHF
- 13. Monatslohn
- Ja
- Pensum
- 100%
Detaillierte Lohnbestandteile
| Bestandteil | CHF / Monat | CHF / Jahr | Notizen |
|---|---|---|---|
| Grundgehalt (brutto) | 5 900 CHF | 70 800 CHF | Tarif Lohn Elektroinstallateur EFZ, Mid-Level |
| Pikettdienst/Überstundenzuschlag | 200 CHF | 2 400 CHF | ~1-2 Dienste/Monat, Pikettdienst |
| Spezialisierungszulage (KNX) | 100 CHF | 1 200 CHF | Smart-Building-Zertifikat |
| Bruttolohn gesamt | 6 200 CHF | 74 400 CHF |
Monatliche Abzüge & Beiträge
| Position | % vom Brutto | CHF / Monat | Notizen |
|---|---|---|---|
| AHV (Altersvorsorge) | 5,3% | − 329 CHF | Alters- und Hinterlassenenversicherung |
| IV (Invalidenrente) | 1,0% | − 62 CHF | Invalidenversicherung |
| ALV (Arbeitslosenversicherung) | 1,0% | − 62 CHF | Arbeitslosenversicherung |
| BVG (2. Säule) | 5,1% | − 316 CHF | Berufliche Vorsorge, obligatorisch |
| Quellensteuer | 5,0% | − 310 CHF | Kanton St. Gallen, Tarif C (verheiratet, 2 Kinder, konfessionslos) |
| Abzüge gesamt | 17,4% | − 1 079 CHF | |
| Nettolohn | 5 121 CHF |
Reinigungskraft
- Brutto
- 1 900 CHF
- Netto
- 1 606 CHF
- 13. Monatslohn
- Ja
- Pensum
- 50%
Detaillierte Lohnbestandteile
| Bestandteil | CHF / Monat | CHF / Jahr | Notizen |
|---|---|---|---|
| Grundgehalt (brutto) | 1 800 CHF | 21 600 CHF | Stundenlohn ~24 CHF, 19h/Woche im Bürogebäude |
| Zusätzliche private Aufträge | 100 CHF | 1 200 CHF | 2-3 Stunden/Woche bei Privatkunden |
| Bruttolohn gesamt | 1 900 CHF | 22 800 CHF |
Monatliche Abzüge & Beiträge
| Position | % vom Brutto | CHF / Monat | Notizen |
|---|---|---|---|
| AHV | 4,4% | − 83 CHF | |
| IV | 0,7% | − 13 CHF | |
| EO | 0,3% | − 5 CHF | |
| ALV | 1,1% | − 21 CHF | |
| BVG | 8,1% | − 154 CHF | |
| Abzüge gesamt | 14,5% | − 276 CHF | |
| Nettolohn | 1 624 CHF |
Das Fazit
- Nettoeinkommen gesamt
- 6 597 CHF
- Monatliche Kosten
- −3 290 CHF
- Bleibt jeden Monat übrig 50 % des Nettoeinkommens
- 3 307 CHF
Eckdaten
- Kanton
- St. Gallen
- Stadt
- St. Gallen
- Haushalt
- 👨👩👧👦 Paar + 2 Kinder
- Wohnform
- Miete
- Anstellung
- Unbefristet
Fragen & Antworten
Wie haben Sie den Job als Elektriker in Wattwil gefunden und was hat das am Anfang gekostet?
Ich habe bereits in Polen angefangen zu suchen, 4 Monate vor der Abreise. Ich habe mich auf jobs.ch und indeed.ch registriert und nach Angeboten im Kanton St. Gallen und der Region Toggenburg gefiltert. Ich habe 20 Bewerbungen verschickt, 3 Antworten erhalten, 2 Online-Gespräche. Ich bin auf einen Installationsbetrieb in Bütschwil (5 Minuten von Wattwil) gestoßen, der einen Elektriker mit Erfahrung im Industriebau suchte. Das Gespräch fand auf Deutsch (B2) statt – sie fragten hauptsächlich nach der Praxis, Kenntnissen der NIN (Niederspannungs-Installations-Normen) und ob ich bereit für Pikettdienste sei.
Für den Start habe ich ausgegeben:
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Mietkaution: 4 050 CHF
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Wohnungsausstattung (IKEA + gebraucht): 2 800 CHF
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Anzahlung für die Krankenversicherung (erster Monat im Voraus): 720 CHF
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Anmeldung bei der Gemeinde, Dokumentenübersetzung: ~300 CHF
-
Gesamt: ~7 870 CHF
Ohne Ersparnisse aus Polen (~12 000 EUR) hätten wir es nicht geschafft. Die größte Herausforderung war die Anerkennung des Diploms durch das SBFI – der Prozess dauerte 3 Monate, daher habe ich in der ersten Zeit mit einer vorläufigen Lizenz gearbeitet, mit einem um 10% niedrigeren Gehalt.
Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag als Elektriker aus?
Ich arbeite im Einschichtsystem (7:00–17:00), habe aber manchmal Pikettdienst (telefonische Bereitschaft, Einsatzbereitschaft). Hier ist mein Montag:
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5:45: Aufstehen. Frühstück mit der Familie, Lunchpaket packen (Sandwiches, Obst).
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6:30: Ich gehe los. 5 Minuten zu Fuß zur Bushaltestelle, 10 Minuten mit dem Bus nach Bütschwil.
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6:50: Umziehen in der Garderobe, Werkzeug und Material aus dem Lager holen.
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7:00: Briefing. 10 Minuten besprechen wir mit dem Chef den Tag: welche Baustellen, welche Installationen, wer assistiert.
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7:10–12:00: Arbeit auf der Baustelle. Montage der Elektroinstallation in einem neuen Bürogebäude – Kanäle, Rohre, Dosen, Leitungen.
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12:00–12:45: Mittagspause. Ich esse Sandwiches im Firmenwagen oder im Baucontainer.
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12:45–17:00: Weiterarbeit. Testen der Stromkreise, Dokumentation im System, Aufräumen.
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17:15: Zu Hause. Duschen, Abendessen mit der Familie.
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18:30–20:00: Zeit mit den Kindern – Hausaufgaben, Spielen im Garten.
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20:00–21:00: 15 Minuten mit der App zum Dialektlernen, Wochenendplanung.
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22:00: Schlafen.
Pikettdienste sind alle 3 Wochen – dann muss ich telefonisch erreichbar sein und innerhalb von 1 Stunde bei einer Störung vor Ort sein. Zulage: 150 CHF für das Pikett-Wochenende.